Soziale Brennpunkte: Immer noch mehr Schulabbrecher und weniger Abiturienten

Der Senat hat in seiner Antwort auf meine Kleine Anfrage offengelegt, wie häufig die Schüler welche Schulabschlüsse in den Bezirken im letzten Schuljahr gemacht haben. Es zeigt sich eine gute Entwicklung für Neukölln: Vor fünf Jahren hatte Neukölln eine Schulabbrecher-Quote von 15%, lag damit auf dem Spitzenplatz aller Bezirke. Mittlerweile hat Neukölln Mitte und Marzahn-Hellersdorf überholt. Die Abbruchquote konnte auf 11% gesenkt werden. Nichts schönreden, sondern anpacken – dann bewegt sich was. Genau das haben Heinz Buschkowsky und die Neuköllner SPD über viele Jahre gemacht. Langsam wachsen erste Früchte. Die Probleme in Neukölln bleiben groß. In anderen Bezirken auch. Was aber in Neukölln klappt, klappt auch anderswo. Wir packen weiter an, gehen unseren Neuköllner Weg und bleiben unbequem.

Insgesamt bleibt es aber nach wie vor dabei, dass in sozialen Brennpunkten weniger Schüler Abitur machen und die Schule häufiger ohne Abschluss verlassen. Besonders betroffen sind Schüler nichtdeutscher Herkunftssprache. Berlinweit brechen 12% der Kinder nichtdeutscher Herkunft die Schule ab. Positiv ist auch hier die Entwicklung in Neukölln: Brach vor fünf Jahren noch mehr als jedes 5. Kind nichtdeutscher Herkunftssprache die Schule ab, so konnte diese Zahl im letzten Jahr auf 13% reduziert werden. Auffällig bleibt: In Bezirken mit vielen sozialen Brennpunkten ist die Quote der Schulabbrecher und Hauptschulabschlüsse deutlich höher und die Abiturquote erheblich niedriger als im berlinweiten Schnitt. Beispiel: In Zehlendorf machen fast 60% der Kinder Abitur, in Neukölln sind es mit 32% nur die Hälfte (Berliner Schnitt: 40,4%). Auch die Zahl der Hauptschulabschlüsse ist mit 10,8% nach wie vor die Höchste in Berlin.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig das Brennpunktschulen-Programm der SPD ist. Meiner Meinung nach müssen wir auch den verpflichtenden Ganztagsschul-Bereich ausbauen, den Kita-Besuch verbindlicher machen und die Sprachförderung in Kitas und Schulen verbessern. Wer mit Sprachmängeln eingeschult wird, droht schon früh in der Schule zu scheitern und keinen Abschluss zu schaffen. Der Kita-Besuch fördert die soziale, motorische und vor allem sprachliche Entwicklung. Wir werden außerdem den verbindlichen Sprachtest für Nicht-Kita-Kinder um ein halbes Jahr vorziehen, ihre Sprachförderung von 3 auf 5 Stunden täglich verlängern und ein Bußgeld für Eltern von Nicht-Kita-Kindern einführen, die ihre Kinder nicht an der verpflichtenden Sprachförderung teilhaben lassen.

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