SPD-Fraktion stärkt lokale Bildungsverbünde

Leider haben nicht alle Kinder und Jugendlichen in Berlin die gleichen Startbedingungen. Ihr Bildungserfolg hängt oft mit dem sozialen Hintergrund ihrer Eltern und ihres Kiezes zusammen. Wir müssen also noch mehr für die Chancengleichheit tun und den Kindern und Jugendlichen bei ihrem sozialen Aufstieg durch Bildung helfen. Die SPD-Fraktion hat deshalb auch auf meine Initiative hin dafür gesorgt, dass mit dem Doppelhaushalt 2016/2017 zum ersten Mal lokale Bildungsverbünde vom Land Berlin mit 600.000 Euro pro Jahr finanziert werden. Damit wird je ein neuer Verbund pro Bezirk geschaffen.

Bisher gibt es 25 Bildungsnetzwerke in sechs Bezirken. Sie alle eint das Ziel, die sozialen Nachteile eines Kiezes wie Armut und Bildungsferne auszugleichen. Dafür ist es wichtig, dass Bildungseinrichtungen, die Tür an Tür nebeneinander liegen, miteinander arbeiten. Das Durchreichen unserer Kinder und Jugendlichen von einer Bildungsinsel zur nächsten hilft nicht. Wir brauchen eine Öffnung der Kitas, Schulen, Familienzentren und Jugendeinrichtungen in ihren gemeinsamen Kiez und eine echte Zusammenarbeit. Dabei muss die gesamte Bildungskette im Blick sein, von der Krippe bis zum lebenslangen Lernen. Die Bildungsverbünde haben das im Blick.

Sie haben den Vorteil, dass sie die Probleme und Potenziale vor Ort kennen. Sie helfen bei der Lösung von Problemen, indem sie das Quartiersmanagement, Jugendamt, Jobcenter, die Schulaufsicht, Stadtteilmütter oder das Nachbarschaftsheim an einen Tisch holen. Das Ziel ist, Probleme gemeinsam zu lösen. Nicht jeder für sich und aneinander vorbei. Ein Bildungsnetzwerk, das sich auch zu einem Innovationsforum für den Bezirk entwickeln kann (wie wir an den Bildungsverbünden Reuterkiez und Gropiusstadt sehen können: sie waren daran beteiligt, den Grundstein zu legen für den erfolgreichen Bildungs-Campus Rütli und Campus Efeuweg), braucht einen Motor, der die gemeinsame Arbeit der Bildungseinrichtungen im Kiez vorantreibt und das Netzwerk mit Leben füllt.

Die 600.000 Euro pro Jahr mögen im Vergleich zu den 17 Millionen Euro für unser Brennpunktschulen-Programm ein kleiner Baustein sein. Es ist in unseren Augen ein weiterer wichtiger Schritt zu mehr Chancengleichheit und ein erster Schritt, um regionale Bildungsräume verlässlich zu unterstützen und so zu helfen, die beteiligten Bildungsinstitutionen noch besser zu machen. Uns ist wichtig, dass dieses gute Instrument auch in Kiezen ohne Quartiersmanagement ankommt. Sie sollen sich in den nächsten Jahren zu festen Bestandteilen der Bildungslandschaft in Berlin entwickeln