Sprachmängel bei Kita-Kindern seit Jahren gleich schlecht

Die Kita ist die beste Einrichtung zur Sprachförderung der Kinder. Je länger ein Kind die Kita besucht, desto besser ist das auch für die Sprach-Entwicklung. Aber auch im letzten Jahr hatte jedes 6. Berliner Kita-Kind Sprachmängel – in Neukölln jedes 4., in Mitte und Spandau jedes 5. Kind. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Jahre. Obwohl wir seit 2009 über eine halbe Milliarde Euro zusätzlich in die Kita-Qualität investiert haben. Wir müssen den Kita-Besuch verbindlicher machen, die Sprachförderung in den Kitas dringend unter die Lupe nehmen und die Betreiber stärker kontrollieren, da steckt der Teufel im Detail.

Wir geben bis Ende 2017 weitere 60 Millionen Euro, damit ein Erzieher weniger Kinder betreut und sich die Qualität in den Kitas weiter verbessert. Mehr Geld gibt es aber nur, wenn vom Betreiber tatsächlich ein neuer Arbeitsvertrag vorgezeigt wird. Weil insbesondere in sozialen Brennpunkt-Kitas Fachkräftemangel herrscht, bin ich dafür, eine dauerhafte Brennpunkt-Zulage für Erzieherinnen und Erzieher einzuführen, die in einer Kita im sozialen Brennpunkt arbeiten – das ist effektiver als ein einmaliger Antritts-Bonus, den andere fordern. Wir bauchen auch mehr wohnortnahe Kita-Plätze in sozialen Brennpunkten.

Wir haben außerdem den Sprachtest der Kita-Kinder und Nicht-Kita-Kinder um ein halbes Jahr vorgezogen und die Sprachförderung – wenn Sprachmängel festgestellt werden – um ein halbes Jahr auf insgesamt 18 Monate und 5 Stunden täglich. Für die Eltern von Nicht-Kita-Kindern haben wir außerdem ein Bußgeld eingeführt, wenn sie ihre Kinder, bei denen Sprachdefizite festgestellt wurden, nicht zur verpflichtenden Sprachförderung in eine Kita schicken.

Presse:
BZ 06.02.2016

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