Stadtteilmütter müssen gesichert bleiben – Jede 2. Stelle in Gefahr!

tv.berlin: Finanzierung der Stadtteilmütter auf der Kippe? bei Harry hilft!

In Berlin werden 200 Stadtteilmütter und Integrationslotsen über das Bundesprogramm „Bürgerarbeit“ bezahlt. Davon allein 118 in Neukölln, wie meine Nachfrage ergeben hat. „Bürgerarbeit“ läuft Ende des Jahres aus. Das heißt: Jede 2. Stelle ist bedroht. Das wäre ein krasses Desaster für die erfolgreiche Integrationsarbeit in sozialen Brennpunkten. Die Integrationssenatorin muss alle Hebel in Bewegung setzen, um eine Lösung zu finden. Alles andere wirft uns zurück.

Ich hoffe, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Stadtteilmütter und ihre erfolgreiche Integrationsarbeit in sozialen Brennpunkten bewusst ist und ihre Sensibilität für das Problem reifen wird. Es ist zwar das „Landes-Rahmenprogramm Integrationslotsen“ gestartet, mit dem 70 Stadtteilmütter in Berlin dauerhaft und nach Tarif bezahlt werden. Aber von den 70 sind nur 10 in Neukölln im Einsatz. Wie mit 10 Stadtteilmüttern die Arbeit von 118 Stadtteilmüttern und Integrationslotsen geleistet werden soll, ist mir schleierhaft.

Das Konzept der Stadtteilmütter ist ein Exportschlager. Wurde es vor zehn Jahren in Neukölln von unserem Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky aus der Taufe gehoben, sind sie inzwischen in fast allen Berliner Bezirken aktiv – und wurden mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet. Allein in Neukölln wurden über 300 Frauen arabischer und türkischer Herkunft zwischen 2007 und 2012 zu Stadtteilmüttern zu Themen wie Erziehung, Bildung, Gesundheit und Sprache ausgebildet. Über 4.000 überwiegend türkische und arabische Familien mit über 10.000 Kindern haben sich in den letzten Jahren von den Stadtteilmüttern beraten und führen lassen. Viele haben durch sie den Weg in einen Sprachkurs oder die Kinder den Weg in die Kindertagesstätte gefunden.

Presseberichte:

Zweiter Teil der tv.berlin-Reportage: