Überalterung der Berliner Verwaltung: SPD fordert Personalentwicklung

Der Personalabbau im Öffentlichen Dienst Berlins endet 2016, die Berliner Verwaltung droht zu überaltern und in den nächsten Jahren werden viele Beschäftigte altersbedingt aus dem Dienst ausscheiden. Damit die Berliner auch zukünftig eine gute und funktionierende Verwaltung haben, ist es höchste Zeit mit einer Personalentwicklung gegenzusteuern. Das war mir schon im Wahlkampf wichtig. Die Berliner SPD-Fraktion fordert den Senat auf, bis Ende des Jahres für jede Verwaltung ein verbindliches Personalbedarfskonzept vorzulegen.

Die Konzepte sollen den altersbedingten Personalabgang, die Fluktuationsprognose, den Ausbildungsbedarf und den Einstellungsbedarf berücksichtigen. Der Senat soll auf ihrer Grundlage ein Gesamtkonzept für 2016 für die gesamte Berliner Verwaltung entwickeln, das unter Einhaltung der von der SPD/CDU-Koalition festgelegten Gesamtzielzahl von 100.000 Mitarbeiterstellen die Funktionsfähigkeit der Berliner Verwaltung sicherstellt.

Klar ist auch, dass ein Wissenstransfer gesichert sein muss, also „alte Hasen“ den Nachwuchs und die neuen Kollegen an die Hand nehmen. Aufgrund des erhöhten Einstellungsbedarfs an Azubis und Nachwuchskräften kann ein Personalaufwuchs entstehen, der über die Zielzahl von 100.000 Mitarbeitern hinweg reicht und spätestens 2018 wieder bereinigt sein muss.

Für die zukünftige Personalpolitik für den Öffentlichen Dienst soll der Senat unter anderem folgende Maßnahmen in Angriff nehmen, um die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Landes Berlin als Arbeitgeber zu steigern:

  • Eine deutlich stärkere Öffnung des öffentlichen Dienstes für andere Berufsgruppen, um auch Quereinsteigern den Einstieg zu ermöglichen.
  • Die Anerkennung von ausländischen Bildungsabschlüssen zu beschleunigen, um so vorhandenes Fachpersonal schneller zu nutzen.
  • Die Übernahme aller ausgebildeten Verwaltungsfachangestellten (VfA) mit einem Prüfungsergebnis bis zu einer Note von 3,49 zumindest in eine einjährige befristete Tätigkeit und mit dem Ziel der dauerhaften Übernahme.
  • Die dauerhafte Übernahme von in der Verwaltung ausgebildeten Kaufleuten für Bürokommunikation mit einem Prüfungsergebnis bis zu einer Note von 2,49 und unter Maßgabe der gleichen Anstellungssituation wie bei den Verwaltungsfachangestellten.
  • Die Gewährleistung von mehr Durchlässigkeit innerhalb der Laufbahngruppen für eine bessere Berufswegeplanung.
  • Die Förderung von Weiterbildungen und Zusatzqualifikationen.
  • Die Flexibilität der Arbeitszeitgestaltung und eine Abkehr vom reinen Präsenzarbeitsplatz, damit die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege deutlich verbessert werden.
  • Die Durchsetzung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements für alle Verwaltungen.
  • Die Förderung interkultureller Kompetenz in der öffentlichen Verwaltung.