Unterrichts-Besuch in der Schule am Teltowkanal

Heute Morgen habe ich die Grundschule am Teltowkanal besucht und mir das Jahrgangsübergreifende Lernen (JüL) mal in der Praxis angeschaut. Kinder aus der 1. und 2. Klasse (manchmal auch aus der 3. Klasse) werden zusammen unterrichtet, sollen voneinander lernen und sich gegenseitig helfen. Heute drehte sich alles um das Thema Obst: Die Schüler sangen ein Obst-Lied, malten Obstbäume und schrieben sogar schon eigene Sätze. Highlight war der Geheimnis-Tisch: Mit verbundenen Augen mussten Äpfel und Pflaumen erschmeckt werden. Kreativer Unterricht von Frau Conrad, der ich für den Einblick danke.

Eins wurde aber deutlich: JüL ist verbesserungsfähig. Die Schulen, die JüL freiwillig anbieten, brauchen mehr Lehrkräfte und Erzieher, um die Kinder mit unterschiedlichem Alter und Lernfortschritt in der JüL-Gruppe stärker individuell fördern zu können. Außerdem sind nicht alle JüL-Klassenzimmer geeignet, um den Schülern Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.

Was ich nicht verstehe: Die Willkommensklassen gibt es noch nicht für Erst- und Zweitklässler. Kinder aus Flüchtlings- und Romafamilien, die bisher kein Wort Deutsch sprechen, haben so nicht die Möglichkeit, erst einmal in kleinen Klassen unsere Sprache zu lernen und alphabetisiert zu werden, bevor sie in die Regelklasse kommen und am normalen Unterricht teilnehmen. Wenn das Bild eines Mondes gezeigt wird, um die Buchstaben in Deutsch zu lernen, geht das natürlich nicht, wenn die Kinder die Bedeutung des Wortes nur in ihrer eigenen Sprache kennen. Ihrer Integration werden so Steine in den Weg gelegt. Ich werde nachhaken und versuchen, etwas daran zu ändern.