Verbot der Eltern-Abzocke von Kita-Trägern wirkt

Seit August 2018 ist der Kitabesuch in Berlin auch auf meine Initiative hin komplett gebührenfrei. Seitdem müssen Eltern nur noch einen monatlichen Unkostenbeitrag von 23 Euro für das Mittagessen zahlen. Manche Kitas erhoben auch noch einen Zusatzbeitrag für spezielle Angebote, der bis zu 120 Euro, im Extremfall sogar 700 Euro, betrug. Diese Abzocke fanden wir inakzeptabel. Deshalb haben wir solche Zusatzbeiträge auf maximal 90 Euro monatlich gedeckelt. Damit verhindern wir, dass Eltern bei der Kita-Platzsuche finanziell unter Druck gesetzt werden.

Von der Möglichkeit der Zuzahlung wird unterschiedlich Gebrauch gemacht: 27 Prozent der Kitas (676 Einrichtungen) erheben gar keine Zusatzbeiträge. In rund 37 Prozent der Kitas zahlen Eltern bis zu 30 Euro zusätzlich, weitere 24 Prozent der Kitas erheben einen Betrag bis 60 Euro. Die restlichen 12 Prozent verlangen Zuzahlungen von mehr als 60 Euro.

Die meisten Kitas mit Zuzahlungen befinden sich in Pankow (300), Mitte (225) und Friedrichshain-Kreuzberg (211), die wenigsten in Reinickendorf (94), Marzahn-Hellersdorf (98) sowie Lichtenberg und Spandau (je 103). Neukölln befindet sich mit 155 Kitas ebenfalls am unteren Ende der Skala.

Betrachtet man die einzelnen Träger, so erhebt eine Mehrheit von 86 Prozent (1.019 Betreiber) in mindestens einer ihrer Einrichtungen Zusatzbeiträge. Dem stehen 166 Träger gegenüber, die komplett auf Zuzahlungen verzichten. Bei drei der fünf landeseigenen Kitabetrieben fallen in insgesamt 64 Kitas Extragebühren an. Der Besuch der restlichen 212 Kitas ist frei von Zuzahlungen.

Die häufigsten Zuzahlungen betreffen:

  • Vesper (63 Prozent der Einrichtung / 9,28 Euro duchschnittlich)
  • Frühstück (60 Prozent / 12,42 Euro)
  • Weitere Verpflegungsangebote, z.B. höherer Bio-Anteil (27 Prozent / 15,04 Euro)
  • Ergänzende pädagogische Angebote (27 Prozent / 13,60 Euro)