Verleihung der Neuköllner Ehrennadel

Heute fand in festlichem Rahmen die Verleihung der Neuköllner Ehrennadel durch Bezirksverordnetenvorsteher Jürgen Koglin und Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky statt. Bei der Neuköllner Ehrennadel handelt es sich um die höchste Auszeichnung des Bezirks an Bürgerinnen und Bürger, die sich um den Bezirk Neukölln verdient gemacht haben. Wegen besonderer Verdienste um den Bezirk Neukölln und vorbildlichem Engagement wurden dieses Jahr Wolfgang Daube, Florian Misdziol, Ann-Christin Puchta, Josef Raupach und Ute Tröger geehrt.

Wolfgang Daube
Herr Daube ist seit 1972 aktives Mitglied des Technischen Hilfswerks im Ortsverband Neukölln. Mit einer Selbstverständlichkeit übernimmt er regelmäßig Aufgaben und Tätigkeiten, die weit über das normale Maß eines Helfers hinausgehen und die er außerhalb des normalen THW-Dienstes leistet. Das Gefühl, Menschen in Not helfen zu können, ist seit fast 40 Jahren seine Motivation, sich für das Technische Hilfswerk zu engagieren. Helfer in der Not zu sein, ist für ihn einfach Ehrensache. Neben regelmäßigen In- und Auslandseinsätzen, engagiert er sich besonders für Kinder und Jugendliche im Bezirk Neukölln. Er hat den Jugendbereich im Ortsverband Neukölln aufgebaut und ist seit vielen Jahren als Jugendbetreuer der Neuköllner THW-Jugend tätig. Unter dem Motto „Spielend helfen lernen“ bringt er den Kindern und Jugendlichen nicht nur handwerkliches Arbeiten bei, sondern er vermittelt ihnen auch wichtige Werte wie Kameradschaft, gegenseitiges Unterstützen und Helfen. Zudem ist er der gute Geist der Petromax-Lampen des Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarktes, die von ihm zusammen mit seiner Jugendgruppe bereits jeweils ab dem Sommer repariert und für den nächsten Weihnachtsmarkt vorbereitet werden.

Florian Misdziol
Herr Misdziol macht eine Ausbildung zum Altenpfleger bei einem privaten Pflegedienst in Rudow. Obwohl Herr Misdziol sich noch mitten in der Ausbildung befindet, hat er schon hervorragendes geleistet. Er ist nämlich zum Deutschland besten Altenpflege-Auszubildenden gekürt geworden. Unter 3000 Bewerbern von 36 Schulen aus Berlin, den neuen Bundesländern und Bayern belegte er im Rahmen eines Berufswettbewerbes den 1. Platz. Dass der Beruf nicht nur mental, sondern auch körperlich anstrengend ist, aber dafür im Schichtdienst noch nicht einmal wirklich gut bezahlt wird, stört ihn wenig. Die große Zeit des Berufs wird seiner Einschätzung nach erst noch kommen, denn die Menschen werden immer älter und damit steigt auch die Pflegebedürftigkeit. Wer mit dem jungen Neuköllner über seine Arbeit spricht, spürt schnell, dass sie für ihn mehr ist als nur ein Beruf. Mit seiner besonderen und verantwortungsvollen Einstellung zum Beruf stellt Herr Misdziol für die Neuköllner Jugend ein wichtiges Vorbild dar. Er beweist, dass man mit Ehrgeiz, Fleiß und Zielstrebigkeit sehr viel erreichen kann.

Ann-Christin Puchta
Als Initiatorin und Leiterin des Kindertreffs „Delbrücke“ im Gemeindehaus der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde Berlin-Neukölln macht sich Frau Puchta seit vielen Jahren verdient um den sozialen Zusammenhalt und das friedliche Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in einem sozial stark belasteten Gebiet in Neukölln. Ausgehend von ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen im Gebiet um den Kranoldplatz hat sie es vermocht, ein gewaltfreies, demokratisches und tolerantes Miteinander zu befördern. Der Kindertreff, der neben einer kontinuierlichen Hausaufgabenhilfe auch eine sinnvolle Freizeitgestaltung bietet, stellt für viele Kinder einen wichtigen Ort der Geborgenheit und Nestwärme dar. Frau Puchta ist auch die Gründerin und Organisatorin des Kranold-Weder-Kiezes, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Situation insbesondere der Kinder und Jugendlichen im Gebiet um den Kranoldplatz und den Carl-Weder-Park zu verbessern. Sie ist die „Seele“ all dieser Aktivitäten. Sie schlichtet, organisiert, betreut und entwickelt immer wieder neue Angebote und ist damit zu einer wichtigen Vertrauensperson für die Anwohner des Kiezes geworden.

Josef Raupach
Herr Raupach ist als Hobby-Windmüller aktives Mitglied beim Britzer Müllerverein e.V. und führt seit 2004 ehrenamtlich in Zusammenarbeit mit dem Standesamt Eheschließungen, die sogenannten „Vermehlungen“, in der Britzer Mühle durch. Von Anfang an, engagierte sich Herr Raupach bei dieser Aufgabe besonders intensiv. Ihm ist es wichtig, zu jedem Brautpaar im Vorfeld persönlichen Kontakt zu suchen und diesem den Ablauf der „Vermehlungen“ nahezubringen. Dass diese Art der Mühleneheschließungen in Neukölln immer beliebter werden, ist vor allem auch Herrn Raupach zu verdanken. Bisher wurden jährlich regelmäßig 20 Eheschließungen in der Mühle angeboten. Die Nachfrage war jedoch in diesem Jahr so stark, dass nur mit weiteren Sonderterminen in der Mühle insgesamt 50 Eheschließungen durchgeführt werden konnten. Zu seinem Engagement rund um die Mühle gehören neben den regelmäßigen Gruppenführungen für Erwachsene vor allem auch Kinderführungen für Schulklassen und Kitas. Im Jahr kommen rd. 2000 bis 2500 Kinder aus ganz Berlin zu ihm in die Britzer Mühle, um die Geschichte der Mühle und die Kunst des Kornmahlens kennenzulernen.

Ute Tröger
Frau Tröger ist Mutter von 6 Kindern, die alle die Wetzlar-Schule bis zur 6. Jahrgangsstufe besucht haben. Frau Tröger hat in den vergangenen 14 Jahren in besonderem Maße dazu beigetragen, den Schulalltag positiv zu beeinflussen. Sie hat den Förderverein der Schule aufgebaut und war bis März 2011 dessen 1. Vorsitzende. Ihr Engagement ging jedoch weit über den allgemeinen Tätigkeitsbereich eines Fördervereins hinaus. Ohne sie wären viele Aktivitäten und Projekte nur bedingt bzw. gar nicht zu realisieren gewesen. Wann immer Hilfe von Nöten war, ist Frau Tröger zur Stelle gewesen. Sie hat Elterninitiativen organisiert, in Heimarbeit Gardinen für die Klassenräume genäht, sie hat sämtliche Sommer- und Weihnachtskonzerte vorbereitet, ein Eltern-Café errichtet und betreut und für den Schulverkauf auf den Buckower Dorffesten und Adventsmärkten zentnerweise Obst zu Marmeladen verarbeitet und palettenweise Kekse gebacken. Charakteristisch für Frau Tröger ist ihr unaufgeregtes Wirken im Hintergrund. Stets stand im Zentrum ihres Handelns das Wohl der Kinder. Ihr Ziel war immer, dass die Lehrer sich auf ihre Arbeit konzentrieren können, ohne sich um Randbelange kümmern zu müssen. Für ein gutes soziales Klima an einer Schule sind Menschen wie Frau Tröger wichtig.

Quelle: Bezirksamt Neukölln