Verleihung des Jugendmedienpreises „Das rote Tuch“

Zum 27. Mal wurde heute der Jugendmedienpreis „Das rote Tuch“ verliehen. Die Auszeichnung und das Preisgeld von 2500 Euro gingen an das dokumenthartheater berlin des Vereins Berliner Unterwelten e.V. für die Inszenierung „Vergessene Biografien – Migranten und Schwarze Menschen im Nationalsozialismus“ in Kooperation mit Jugendlichen des Charlottenburger „Cafe Nightlight“. Die Laudatio hielt die taz-Chefredakteurin Ines Pohl.

Gemeinsam sind sie auf Spurensuche gegangen: gefunden haben sie unter anderem die Lebensgeschichte eines türkischen Juden im Berliner Untergrund, Tagebücher eines afro-deutschen Mädchens, das zur Zwangsarbeit verpflichtet wurde, Gerichtsakten eines Schwarzen Deutschen im Widerstand, Fotomaterial eines türkisch-jüdischen Jungen kurz vor seiner Flucht, Augenzeugenberichte einer schwarzen Frau im KZ und manchmal nur noch ein Name.

Aus diesem Material haben die Jugendlichen ein Theaterstück auf die Beine gestellt, das alle Generationen anspricht, toll inszeniert ist und die Verbrechen der Nazis an beispielhaften Biografien erlebbar machen. Wir haben eine historische Verantwortung, die wir weiterzugeben moralisch verpflichtet sind.