Weiter große Sprachmängel bei Kita- und Nicht-Kita-Kindern

Die Sprachmängel bei Vierjährigen in Berlin bleiben groß: Von den 31.412 getesteten Kita-Kindern wurde bei 5.437 (17 Prozent) ein Sprachförderbedarf festgestellt. Zwischen den Bezirken gibt es große Unterschiede: Während rund ein Viertel (26 Prozent) aller Neuköllner Kita-Kinder einen Sprachförderbedarf haben, sind es in Pankow nur knapp 9 Prozent. Trotz vieler Millionen Euro, die wir zusätzlich in die Sprachförderung und Qualität in den Kitas investiert haben, tut sich nichts. Wenn die Sprachförderung in den Kitas nicht funktioniert, muss der Senat da ran. Wer mit Sprachmängeln in die Schule kommt, hat Probleme, dem Unterricht zu folgen.

Bei den Nicht-Kita-Kindern ist die Situation noch besorgniserregender, denn hier nimmt nur ein Bruchteil der für die Sprachförderung in Frage kommenden Kinder tatsächlich an den eigentlich verpflichtenden Sprachprogrammen in Kindergärten teil: Knapp 3.000 Einladungen zur Sprachstandsfeststellung wurden an Familien versandt, deren Kinder keine Kita besuchen. Weniger als die Hälfte (1259 Kinder) erschienen zum Sprachtest, 966 (77 Prozent) von ihnen fielen durch. Diese Kinder sind nun eigentlich gesetzlich verpflichtet, in den 18 Monaten bis zur Einschulung eine Sprachförderung an einer Kita zu besuchen. Doch nur ein Drittel (353 Kinder) taten das. Hier sind jetzt die Bezirke gefragt, die Kitapflicht zur Sprachförderung notfalls durch Bußgelder durchzusetzen. Es kann nicht sein, dass das Parlament eine Kita-Pflicht eingeführt hat für Kinder, die keine Kita besuchen und Sprachmängel haben, und diese Kinder dann trotzdem nicht in der Kita ankommen. Je länger ein Kind eine Kita besucht, desto besser ist das für seine Entwicklung.