Weniger Intensivtäter verüben mehr Straftaten

Die Antwort des Senats auf meine Schriftliche Anfrage zeigt bei den Intensivtätern weiterhin eine gemischte Entwicklung: Einerseits sinkt ihre Zahl seit Jahren: 2011 gab es 539 Intensivtäter, 2015 noch 485 und 2016 noch 461. Zuletzt waren unter ihnen 48 Jugendliche, 96 Heranwachsende und 317 Erwachsene. Andererseits begehen die jugendlichen Intensivtäter immer mehr Straftaten: 2016 wurden 18.366 (2015: 17.923) Straftaten von Jugendlichen begangenen, 2.590 (2015: 2.098) von ihnen von jugendlichen Intensivtätern (2015: 837, 2016: 1.180), Schwellentätern (2015: 323, 2016: 459) und Kiezorientierten Mehrfachtätern (2015: 938, 2016: 981). Damit gehen 14 Prozent aller von Jugendlichen begangenen Straftaten auf ihr Konto, vor allem Rohheitsdelikte und Diebstahl. Die Straftaten der Intensivtäter hat sich um 40 Prozent erhöht. Wie schon in den Jahren 2013 und 2014 kamen auch 2015 und 2016 die meisten Intensivtäter aller Altersklassen aus Neukölln (2015: 108, 2016: 104), gefolgt von Mitte (2015: 87, 2016: 73) und Friedrichshain-Kreuzberg (2015: 62, 2016: 60). Die wenigsten wohnen in Steglitz-Zehlendorf (2015: 7, 2016: 10). Gab es im Jahr 2011 noch 379 jugendliche Intensivtäter, Schwellentäter und Kiezorientierte Mehrfachtäter (2012: 339, 2013: 327, 2014: 307), nahm die Zahl 2015 (247) und 2016 (226) weiter ab.

Wir dürfen keine falsche Geduld mit jugendlichen Straftätern haben. Ihre Strafe muss auf dem Fuße folgen, um eine weitere kriminelle Karriere zu verhindern. Wir brauchen Prävention und eine konsequente Verfolgung. Und bei Intensivtätern, die also mindestens 10 Straftaten gegangen haben, muss hart vorgegangen werden, auch als Abschreckung für Nachahmer. Dafür braucht es ein Bündel an Maßnahmen, an denen ich mitarbeite: Das Neuköllner Modell muss überarbeitet werden, die zuständigen Akteure müssen besser wissen, wann sich dieses beschleunigte Jugendstrafverfahren eignet. Die „Tärterorientierte Intervention“, die „Staatsanwaltschaft für den Ort“ und die „Staatsanwaltschaft vor Ort“ müssen endlich auf ganz Berlin eingeführt werden. Es macht Sinn, in Berlin ein Jugendstrafzentrum einzurichten, unter dessen Dach alle rund um Jugendkriminalität zuständigen Akteure sitzen und eng zusammenarbeiten. Und es ist wichtig, dass – wenn einer vom Gericht verhängt wird – der Jugendarrest schnell durchgezogen wird.

 

B.Z. vom 5.12.2017 Polizei-Statistik in Berlin: Jugendliche Intensivtäter immer Brutaler

BILD vom 6.12.217 Jugendliche Intensivtäter immer gefährlicher!