Weniger Straftaten jugendlicher Intensivtäter

Eine positive Entwicklung: Inzwischen gibt es weniger jugendliche Intensivtäter, die zudem weniger Straftaten begangen haben. Trotzdem muss noch stärker verhindert werden, dass Kinder und Jugendliche überhaupt in die Kriminalität abrutschen.

Dafür braucht es ein Bündel an Maßnahmen: Das Neuköllner Modell muss überarbeitet werden, die zuständigen Akteure müssen besser wissen, wann sich dieses beschleunigte Jugendstrafverfahren eignet. Die „Täterorientierte Intervention“, die „Staatsanwaltschaft für den Ort“ und die „Staatsanwaltschaft vor Ort“ müssen endlich auf ganz Berlin eingeführt werden. Es macht Sinn, auch in Berlin ein Jugendstrafzentrum einzurichten, unter dessen Dach alle rund um Jugendkriminalität zuständigen Akteure sitzen und eng zusammenarbeiten. Und es ist wichtig, dass ein Jugendarrest schneller von den Verurteilten angetreten wird.

Die Zahl der Täter ist schon seit Jahren rückläufig – 2015: 485, 2016: 461, 2017: 437. Und gingen 2015 noch 2.098 Straftaten auf das Konto jugendlicher Intensivtäter, Schwellentäter und kiezorientierter Mehrfachtäter, waren es 2016 bereits 2.590. Im vergangen Jahr 2017 sank die Zahl dann mit 2.120 Straftaten fast auf das Niveau von 2015. Von diesen Taten wurden 888 jugendlichen Intensivtätern (Jugendliche mit mehr als 10 Straftaten), 79 Schwellentätern (Jugendliche mit mindestens 5 Straftaten) und 1.153 kiezorientierten Mehrfachtätern (Täter, die vor allem in ihrem Wohnumfeld minderschwere Straftaten begehen) zugeschrieben. Gleichzeitig ist auch die Zahl der insgesamt von Jugendlichen begangenen Straftaten gesunken: Wurden 2015 noch 17.923 und 2016 insgesamt 18.366 Straftaten von Jugendlichen begangen, lag die Zahl 2017 mit 17.132 Straftaten unter dem Niveau von 2015. Damit gingen 2017 gut 12 Prozent aller in Berlin verübten Straftaten auf das Konto dieser Altersgruppe, vor allem Rohheitsdelikte und Diebstahl. Die meisten jugendlichen Intensivtäter kommen wie schon in den vergangenen Jahren aus Neukölln (2016: 104, 2017: 91), Mitte (2016: 73, 2017: 75) und Friedrichshain-Kreuzberg (2016: 60, 2017: 53). Die wenigsten wohnen in Steglitz-Zehlendorf (2016: 10, 2017: 9).

BILD von 19.12.2018 – Werden Berlins böse Jungs jetzt etwa brav?